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Schnelle Hilfe

Drei-Monats-Koliken: Bye-bye Bauchweh!

Ein Wundermittel gegen das Bauchweh und die schmerzhaften Blähungen gibt es leider nicht. Aber Eltern können einiges tun, um ihrem kleinen Liebling zu helfen und die Beschwerden der Drei-Monats-Koliken ein wenig zu lindern.

Spontane Schreiattacken, schwieriges Einschlafen, häufiges Aufwachen: Die ersten Monate mit einem Neugeborenen kosten Eltern und Kind viel Kraft. Ein Grund ist, dass sich der Magen-Darm-Trakt des Babys erst noch daran gewöhnen muss, Muttermilch oder Fertigmilch zu verdauen. Bauchschmerzen und Unwohlsein treten in dieser Zeit häufig ganz plötzlich auf, oft schon in der zweiten Lebenswoche des Säuglings. Jungen leiden dabei häufiger an den Symptomen von Drei-Monats-Koliken als Mädchen. Die Schmerzattacken treten vermehrt am frühen Abend auf und äußern sich durch langanhaltendes, oft stundenlanges Weinen. Dabei zieht das Baby meist seine Beinchen abwechselnd an und streckt sie. Was jetzt hilft? Da tickt jedes Baby anders und junge Eltern können nur durch Ausprobieren Maßnahmen zur Linderung herausfinden. Aber wie der Name "Drei-Monats-Koliken" schon sagt: Es ist ein Ende abzusehen! Mit der Zeit lassen bei den allermeisten Babys die Blähungen und damit auch die Schreiattacken nach. Ganz wichtig: Eltern sollten sich von Schuldgefühlen befreien und nicht die ganze Zeit darüber nachdenken, was sie vielleicht falsch machen. Schreien ist für Babys anfangs die einzige Möglichkeit, ihren Schmerz mitzuteilen.

Tipps fürs Stillen und Fläschchen-Geben

  • Stillende Mütter sollten Nahrungsmittel meiden, die stark blähend wirken. Dazu gehören z. B. Bohnen, Kohl, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Kaffee und scharfe Gewürze. Auch Müsli sollte nur in Maßen verzehrt werden. Manchen Müttern hilft es, während der Stillzeit ganz auf Kuhmilchprodukte zu verzichten.
  • Bei Fläschchennahrung wichtig: Die Milch nicht schütteln, sondern umrühren! So bilden sich weniger Luftbläschen. Fenchel- oder Kümmeltee, auch eine Mischung aus Fenchel-Kümmel-Anis-Tee, kann Blähungen lösen. Einfach mit ins Fläschchen geben.
  • Stillende Mütter können den oben genannten Tee selbst trinken. So bekommt das Kleine die guten Stoffe über die Muttermilch.
  • Wichtig beim Füttern: Immer wieder Pausen einlegen und das Baby zwischendurch ein Bäuerchen machen lassen. Luft im Bauch führt zu Bauchschmerzen und Blähungen. Die Hebamme kann zeigen, wie das Baby optimal an der Brust trinken kann, ohne zu viel Luft zu schlucken.
  • Mit dem Stillen nicht so lange warten, bis das Baby sehr hungrig ist. Hastige Trinker schlucken meist zu viel Luft. Zwischen den Mahlzeiten sollten aber mindestens eineinhalb bis zwei Stunden liegen.
  • Bekommt das Baby ein Fläschchen, sollte das Loch im Sauer nicht zu groß sein. Ansonsten kann beim Trinken zu viel Luft in den Magen gelangen.
  • Mittlerweile gibt es spezielle, besonders verträgliche Milchnahrung für Bauchweh-Kinder.
  • Falls sich die Symptome nicht bessern, den Kinderarzt aufsuchen: Im seltenen Fall einer Kuhmilchallergie benötigt das Baby spezielle Nahrung.

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Drei-Monats-Koliken mit Massagen, Ruhe und viel Wärme lindern

  • Wärmflaschen, Kirschkernsäckchen oder Dinkelkissen (in Apotheken oder Reformhäusern) auf Babys Bauch können Blähungen lindern. Säckchen oder Wärmflasche dürfen nicht zu heiß sind. Gleichmäßige Wärme hilft am besten. Auch ein warmes Bad hilft bei Drei-Monats-Koliken.
  • Eine Bauchmassage mit Kümmelöl oder so genannter Wind-Salbe (in Apotheken) hilft, den Bauch zu entkrampfen und verringert die Blähungen. Dazu im Uhrzeigersinn mit den Fingern um Babys Bauchnabel kreisen. Oder die angewinkelten Beinchen ca. zehn bis 15 Mal sanft in Richtung Oberkörper schieben.
  • Manche Mütter schwören auf Kümmelzäpfchen aus der Apotheke oder Bauchwickel mit einem handwarmen Kamillenaufguss.
  • Der Fliegergriff, bei dem das Kleine mit dem Bauch auf Mamas oder Papas Unterarm und sein Kopf in der Beuge des anderen Arms liegt, beruhigt kleine Schreihälse. Das Baby bekommt von unten und oben Wärme, außerdem kann sich die Luft im Darm so besser lösen.
  • Ebenfalls beruhigend und entspannend finden es Babys, nackt auf Mamas oder Papas Bauch zu liegen.
  • Studien haben gezeigt, dass Babys, die z. B. in Tragetüchern lange am Körper der Mutter getragen und so permanent bewegt werden, seltener unter Blähungen leiden. Die körperliche Nähe lässt Babys zudem ruhiger und ausgeglichener werden.
  • Auch wichtig: Ein geregelter Tagesablauf mit regelmäßigen Still- und Schlafenszeiten. Nach längeren Wachphasen mit vielen Eindrücken ist das Baby dankbar für eine Ruhepause. Und: Sind die Eltern entspannt, ist das Baby es auch. Also Hektik raus und für alles mit Baby viel Zeit einplanen!
  • Manchmal kann auch eine Fehlhaltung beim Kind zu starken Schmerzen führen – hier hilft meistens eine manuelle Therapie beim Osteopathen.

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