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Expertenforum:
Erziehung & Entwicklung
| Datum: |
16.01.2012 |
| Name: |
TanjaPsychologenT |
| Fragestellung: |
Braucht mein Sohn (3) psychologische Hilfe? |
| Erklärung: |
Hallo, Frau Dr. Oleimeulen.
Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen. Mein Sohn wird im März drei Jahre alt. Er war schon immer sehr lebhaft und neugierig - muss immer alles sehen und anfassen. Das ist zwar anstrengend, aber im Rahmen. Neuerdings nimmt seine Lebhaftigkeit jedoch andere Ausmaße an. Er geht überall dran - z. B. an die Messer-Schublade, Ofenknöpfe, Toilettenspülung, Schränke bei Oma etc. - obwohl er weiß, dass er das nicht darf.
Zudem besucht er zwei Mal in der Woche eine Schnuppergruppe im Kindergarten. Dort fordert er die gesamte Aufmerksamkeit für sich, was natürlich nicht möglich ist. Wenn er sie nicht bekommt, macht er Blödsinn. Das größte Problem: Seit drei Wochen ist ein Zweijähriger neu in der Gruppe. Mein Sohn mag ihn gerne leiden - der Kleine aber hat Angst vor meinem Sohn. Und mein Sohn lässt den Kleinen einfach nicht in Ruhe: Er will ihm ständig Autos bringen, ihn in den Arm nehmen und streicheln.
Eigentlich nichts Böses, aber der Kleine bekommt regelrechte Angstattacken. Mein Sohn lässt es nicht bleiben, selbst, wenn die Erzieherin einschreitet. Die Kindergärtnerin sagte daraufhin zu mir, dass ich mir Hilfe holen muss, weil mein Sohn abnormales Verhalten zeigt und im "richtigen" Kindergarten später große Probleme bekommen und zum Außenseiter werden würde. Anderen Kindern gegenüber verhält sich mein Sohn eher zurückhaltend.
Meiner Meinung nach behandelt die Kindergärtnerin meinen Sohn öfters unfair, aber vielleicht sehe ich das als Mama auch falsch. Zeigt mein Sohn asoziales Verhalten, das psychologischer Hilfe Bedarf? Was meinen Sie?
Vielen Dank schon Mal.
Schöne Grüße
Tanja |
| Antwort: |
Liebe Tanja,
Ihr Kind zeigt kein asoziales, sondern ein grenzüberschreitendes Verhalten. Er hört nicht auf Sie und die Kindergärtnerin. Jeder Mensch kann nur so sein, wie andere ihn sein lassen. Ihr Sohn hält sich nicht an das, was ihm gesagt wird. Sie lassen das zu. Also macht er weiter.
Es liegt an Ihnen und der Erzieherin, seinem grenzüberschreitenden Verhalten Konsequenzen folgen zu lassen, damit er lernen kann, dass es von Bedeutung ist, auf Erwachsene zu hören. Das ist ein ganz normaler Lernprozess, der im Alter von drei Jahren ansteht.
Sollten Sie Schwierigkeiten haben, Ihrem Sohn Grenzen zu setzen, können Sie sich selbstverständlich Unterstützung holen, um das zu lernen. Das Verhalten Ihres Sohnes wird sich dann automatisch anpassen.
Herzliche Grüße und viel Spaß mit Ihrem lebendigen kleinen Racker!
Kirsten Oleimeulen
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